Mit der Hochzeit fängt es an ...

Haushaltsbuch und Eheratgeber für Frauen, von der Zentralsparkasse um 1958


Mit der Hochzeit fängt es an ... Haushaltsbuch und Eheratgeber der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien um 1958.
Mit der Hochzeit fängt es an ... Haushaltsbuch und Eheratgeber der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien um 1958.
Mit der Hochzeit fängt es an ... Haushaltsbuch und Eheratgeber der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien um 1958. Rückseite "Hausfrauenschicksal".
Mit der Hochzeit fängt es an ... Haushaltsbuch und Eheratgeber der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien um 1958. Rückseite "Hausfrauenschicksal".


Aufwändig gestaltet ist das kleine, bereits seit 1958 erschienene 56-seitige DIN A5 Buch „Mit der Hochzeit fängt es an - Eheratgeber für erfahrene Hausfrauen und unerfahrene Hausfrauen" (Abb. 147).

Das Haushaltsbuch repektive der Eheratgeber ist koloriert und zeigt auf einigen Seiten Zeichnungen in Cyanblau, welche um pastellfarbene eindimensionale ganzseitige Grafiken ergänzt werden.

Die Umschlagstitelseite wirkt bühnenartig gestaltet. Eine Hochzeitsgesellschaft ist vor weißem Hintergrund auf einer hellbraunen Ebene dargestellt. Ein Standesbeamter steht mit dem Rücken zum Betrachter hin vor dem Brautpaar und deren Eltern.

 

Hausfrauenschicksal der 1950er Jahre - kochen, waschen, bügeln, einkaufen

 

Erzählerisch präsentiert sich die Buchumschlagsrückseite (Abb. 148). Eine städtische Straßenszenerie ist dargestellt.

Am linken Bildrand befindet sich ein Haus mit drei Fenstern. Dessen Bewohner im Inneren werden wiedergegeben. Die Mitte, mit einem (Markt) Platz und Geschäftslokalen im Hintergrund ist von alten und neuen Bauwerken geprägt.

 

Rechts verlässt auf einer Treppe gerade die Hochzeitsgesellschaft, von der Umschlagsvorderseite das als Standesamt bezeichnete Gebäude. Zwischen der rechten und linken Bildhälfte scheint der Standesbeamte nun zu vermitteln, da er beide Arme weit ausgestreckt hat.

Erzählerisch ergibt sich hier demnach, dass der Braut bildhaft die „Pflichten“ der Hausfrau und Mutter vor Augen geführt wird. So wird der Lebensalltag guter „Gattinnen“ dargestellt, die umso mehr in ihrem Detailreichtum verwundert, da Traimers Ehefrau als Juristin und Leiterin der Druckerei mit Sicherheit nicht dem typischen Hausfrauen-Klischeebild entsprach.

Im rechten Gebäude daneben serviert eine blondhaarige Frau ihrem Mann und Sohn gerade eine Suppe. Im Stockwerk darüber bügelt eine Frau ein Tuch. Im Dachgeschoss gießt eine weitere gepflegte Dame die Pflanzen an ihrem Fensterbrett. Am Markt spaziert eine Brünette mit modischem Gewand und zwei Körben just den Weg entlang. Zwei weitere Frauen schütteln Wäsche aus und klopfen einen Teppich. Auf dem modernen Gebäude hängt eine Frau Wäsche auf einer Leine auf. Derweil ist im „Moden“-Haus im zweiten Geschoss eine Hausfrau mit der Reinigung der Decke beschäftigt. Zwei weitere Damen stehen an einem kleinen und beweglichen grünen Marktstand mit Sonnenschirm.

 

Die Naivität der Darstellung ist bemerkenswert.

 

Die Sparkasse möchte sich in den neuen Lebensabschnitt des Paares einbringen und macht zugleich deutlich, welcher Person die Rolle der Geldverwaltung zufällt: nämlich der Frau.

 

Text: Matthias Bechtle, Wien 2012.




Was ziehe ich an? Aus alt mach neu und spare Geld!
Was ziehe ich an? Aus alt mach neu und spare Geld!



Housewife in the kitchen 150s.
Was koche ich meinem Mann denn Gutes?


A housewife doing the shopping (grocery store 1950s).
Kaufmannsladen (Greissler) Wien 1950er Jahre. Hausfrau beim Einkauf.