Sparkassenwerbung: Prospekte

Machs gut - Prospekt der Zentralsparkasse für Schulabgänger 1964


Machs gut! Prospekt der Zentralsparkasse um 1964.
Machs gut! Prospekt der Zentralsparkasse um 1964.
Machs gut! Innenteil des Prospekts.
Machs gut! Innenteil des Prospekts.
Machs gut! Innenteil des Prospekts.
Machs gut! Innenteil des Prospekts.

Für Schulabgänger, ebenfalls um 1964, ist der mehrfach gefaltete Prospekt „Machs gut!“ (Abb. 130) von Heinz Traimer entworfen worden.

 

Hierbei wendet er die bei ihm selten vor­kommende Mischtechnik von Fotografie (s/w) und Zeichnung an.

Dabei sind Personen voll eingebunden in die sie umgebende Umwelt. Da diese Werbung an „Halbstarke“ gerichtet ist, spielt sie mit deren Wünschen und Hobbys, die vom Moped über Camping, Lesen, Musik­abspielgeräten hin zu Mode reichen.

 

Am Cover erscheint ein junger Mann, der auf einem Moped seitlich sitzt und ein Sparbuch aus seiner Hosentasche herauszieht. Er trägt Jeans, zu der seine Hemdärmel lässig hochgeschlagen sind. Das gelbe Sparbuch der „Z“ leuchtet vor der s/w Fotografie auf. Der Hintergrund und zugleich auch reale Raum um das Moped hingegen ist blau eingefärbt und zeigt eine Straßenszenerie mit Automobilen und Passanten.

 

Der aufgeschlagene Innenteil (Abb. 131)präsentiert sich farbenfroh. So ist rechts ein junger Mann fotografisch dargestellt, der vor gemalten Blumen gerade zwei zeichnerisch dargestellte Jugendliche bei deren Zelt am Meer oder See fotografiert. Die junge Frau mit Latzhose ist braungebrannt. Ihr Strohhut hat eine große lilafarbene Schleife und in den Händen hält sie neben dem Picknickkorb einen Badeanzug und eine Kiste. Zwei Fußballspieler sind neben dem Fotograf montiert.

 

Ein anderes Mädel (Abb. 132) liest gerade „Kamerad Pferd“, sie sitzt in einem Sessel vor einem Bücherregal. In diesem befindet sich, anscheinend das Feminine unterstreichend, neben Blümchen in einer Vase auch eine rosa getupfte Teekanne. Ein junger Mann beim Musikhören mit Kopfhörern scheint in sich versunken zu sein. Er ist lässig gekleidet. In seinem Hintergrund befinden sich Jugendliche vor einem Musik­abspielgerät. Einer der dortigen Burschen hält eine Trompete in der Hand. Auf dem Boden liegen lose verstreut Langspielplatten und unverkennbar, eine Coca-Cola Flasche.

 

Die Rückseite dagegen zeigt, wie sich die Zentralsparkasse das Leben vorstellt: „Sei klug, sei sparsam, werde glücklich!“ Zwei ordentlich gekleidete junge Damen scheinen auf dem Weg zur Sparkasse zu sein, da eine neben dem Weidenkorb auch noch ein Sparkassenbuch in der Hand hält. Die letzte Fotografie zeigt ein junges Paar an einem Tisch. Geld liegt auf diesem. Sie schaut zu ihm auf, während er wohl gerade das Sparbuch auf den Tisch legt.

 

Traimer rückt hier den Textfluss nahe an die Fotografie und Zeichnung, um diese lebhaft einzubinden. Die Typographie ist klar, serifenfrei. Mit dem Cover ist deutlich ausgesagt, dass selbst „Rabauken“ ein Sparkassenbuch benötigen, um erfolgreich zu sein. Der Prospekt belehrt die Jugend noch ganz von oben herab, wie sie sich in der Konsumwelt verhalten soll – selbst wenn dies in der Grafik nicht besonders hervorgehoben wird. Warnungen der Sparkasse vor Ratenzahlungen und Verschuldung sind von Traimer aber nicht explizit grafisch wiedergegeben.

 


Text: Matthias Bechtle.

Zitierweise: Bechtle, Matthias, Heinz Traimer, Diplomarbeit m.s. Universität Wien 2012, S. 93-94.