Orff Schulwerk

Buchumschlag für Noten von Carl Orff


Orff Schulwerk . Kinder musizieren mit Orff Instrumenten. Entwurf für ein Kinderbuch für das Orff Schulwerk von Heinz Traimer um 1960
Orff Schulwerk. Kinder spielen Instrumente. Entwurf für ein Kinderbuch von Heinz Traimer um 1960.

Eine Musikwissenschaftlerin und ihr Bruder der Grafiker

 

Als Skizze erhielt sich der Umschlag für einen Prospekt (Abb. 320), den Heinz Traimer für seine Schwester Dr. Roswitha Traimer-Schlötterer, Musikwissenschaftlerin an der Ludwigs-Maximilian Universität in München, nach 1958 und vor 1963 entwarf.

 

Es sollte wohl Noten für das „Orff Schulwerk“ enthalten, die zwischen 1930-1935 sowie 1950-1954 entstanden sind.485

 

Kinder musizieren gemeinsam 

 

Bildaufgabe war es, das Zusammenspiel von Kindern mit für sie einfach und schnell beherrschbaren Instrumenten wiederzugeben. Laut Traimer-Schlötterer geht es um eine erste Musikerziehung von Kindern, die auch ohne musikalische Vorbildung Freude am gemeinsamen Musizieren haben sollen.486

 

Carl Orff typische Instrumente

 

Das Hochformat in drei Farben, Blau, Schwarz und Weiß zeigt musizierende Kinder. Drei Mädchen und zwei Buben sind im unteren Teil des Covers zu sehen. Sie spielen die für die von Carl Orff (1895-1982)487 entwickelte Musikerziehung verwendeten Instrumente wie Kastagnette Xylophon oder Glockenspiel und Flöte. Ein Junge scheint mitzusingen, zwei sind in sich versunken, während der andere Junge auf den Einsatz an der Trommel wartet. Das Mädchen in der Mitte schaut zum Betrachter. Die Unterzeichnung schimmert an einigen Stellen noch durch.

 

Viele Einzelne werden ein Ganzes

 

Traimer lässt die Dargestellten mit dem blauen Hintergrund verschmelzen, arbeitet aber teilweise die Stofflichkeit von Haar, Holz oder Pullover des Trommlers heraus. Die Verwendung einzelner Partien in Weiß betont Gesichter und Musik-instrumente. Konsequent bleibt er beim Lichteinfall allerdings nicht, wie der hintere Junge zeigt.

 

Modern und mit bayerischem Bezug?

 

Ob das weiß-blau auf Bayerns Heraldik anspielt, ist Traimer-Schlötterer nicht mehr präsent. Der Grafiker selbst befürchtete, wie auf der Rückseite notiert, dass seiner Schwester der Entwurf nicht modern genug sein würde und bat daher um eine Antwort ihrerseits.

 

[485] Vgl. Lexikon-Eintrag „Carl Orff“, Varnhorn (Hg.) 2000, Band 13, S. 124-125.

[486] Mündliche Auskunft Dr. Roswitha Traimer-Schlötterer 2011.

[487] Vgl. ebenda S. 124.

 

Zitierweise: Bechtle, Matthias, Heinz Traimer, Diplomarbeit m.s., Universität Wien 2012, S. 152-153.